6Juni2016

Der Spagat zwischen Mitteldistanz und einer Kurzdistanz und das daraus resultierende Ergebnis aus dem Kraichgau: Viel Luft nach oben beim 70.3 IRONMAN Kraichgau

Geschrieben von Philipp in: News

Es ist ziemlich ruhig geworden um mich seit meinem letzten Eintrag im September 2015. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen lag ein langer Winter ohne Wettkämpfe dazwischen und zum anderen waren die Leistungen bei vergangenen Wettkämpfen für mich nicht zufriedenstellend. Im Großen und Ganzen sehr durchwachsen. Ein kurzer Überblick über das letzte dreiviertel Jahr soll euch auf den aktuellen Stand bringen:

Nach der Weltmeisterschaft 2015 in Zell am See gönnte ich mir erst mal sechs Wochen Pause. Sowohl für den Körper als auch für den Kopf ist diese Pause nach der Saison sehr wichtig. Da ich in der Vergangenheit aber alle zwei Jahre einen Herbstmarathon gelaufen bin, kam ich oft erst sehr spät in die Saisonpause.
Das klappte letztes Jahr besser. So konnte ich Ende des Jahres schon wieder in die neue Saison einsteigen, jedoch ohne große Ziele. Deshalb gestaltete sich das Training im Winter als ziemlich unkoordiniert und irgendwie auch ein bißchen planlos. Zwar bin ich 2016 bisher ohne Ausfälle durch Krankheit, aber es fehlt ein wenig die letzte Konsequenz im Training. Ich habe mich Anfang des Jahres entschlossen nur eine Mitteldistanz dieses Jahr zu machen und mich ansonsten auf die Regionalliga zu konzentrieren.

Ins Trainingslager fuhr ich dieses Mal nicht mit Peter sondern mit dem Regionalligateam Anfang März. Ziel war allerdings das selbe: Mallorca. Jedoch hatte ich dieses Jahr null Kilometer vorher auf dem Rad gesessen, zum einen weil das Trainingslager sehr früh war und zum anderen weil kein Druck einer Langdistanz da war. Umso härter war das Trainingslager dieses Mal, Spaß gemacht hat es trotzdem. Vor allem an meiner Laufform konnte ich arbeiten. Dies bestätigten auch erste Laufwettkämpfe 2016. So konnte ich mit Andrea Gießmann beim Stundenpaarlauf in Erfurt gewinnen und zwei Wochen später auch den Steigerlauf in Erfurt für mich entscheiden.

Im Schwimmen konnte ich über den Winter auch Fortschritte machen. Grund hierfür ist unser neuer Schwimmtrainer Jürgen. Neue Reize und gut strukturiertes Training haben das Niveau der ganzen Trainingsgruppe deutlich angehoben. Davon profitieren wir alle. D A N K E Jürgen!!

Die ersten Wettkämpfe im Duathlon bzw. Triathlon waren allerdings dann ernüchternd für mich. Vor allem auf dem Rad verliere ich zu viel Zeit auf die Spitze. Daran werde ich die nächsten Wochen gezielt arbeiten, um vor allem der Mannschaft in der Regionalliga helfen zu können. Wir haben dieses Jahr wieder eine schlagfertige Gruppe am Start und wollen natürlich wieder an den letzten Jahren anknüpfen und ums Podest mitreden. Dennoch haben wir alle auch eigene Ziele und so verschlug es mich letztes Wochenende mal wieder in das schöne Kraichgau.

Freitag Nachmittag haben wir noch unser Restaurant in der Weimarischen Straße – nach elf Tagen Umbau – wiedereröffnet. Anschließend fuhren wir Richtung Heidelberg – genauer gesagt nach Walldorf. Walldorf ist eine der reichsten Städte in Deutschland. Alleine die Gewerbesteuer von SAP spült eine Menge Schotter in die Stadtkasse.
Samstag dann das übliche Prozedere vor dem Wettkampf. 20km einfahren mit einem schnellen 2km Koppellauf. Trotz des Regens fühlte sich die Einheit super an! Anschließend holten wir die Startunterlagen. Den Nachmittag verbrachten wir in meiner alten Studienliebe Heidelberg. Hat sich kaum was verändert, komme immer wieder gerne zurück. Am Abend checkte ich dann das Rad ein. Wie schon im vergangenen Jahr, wurde am Abend die Bundesliga im Triathlon ausgetragen. Zu absolvieren war ein Sprinttriathlon mit Windschattenfreigabe. 19 Uhr starteten die Frauen, 20 Uhr dann die Männer. Erwähnenswert ist, dass Philipp Wiewald – ein Jugendathlet des LTV Erfurt – mit 16 Jahren sein Bundesligadebüt gab. Er wechselte 2015 von Erfurt nach Potsdam, seinen Weg verfolge ich natürlich immer noch und bin mächtig stolz auf seine Entwicklung. Vor zwei Jahren ist er im Wasser noch fast untergegangen, dies mal hat er den Kontakt zur Spitzengruppe im Wasser halten können, die Lücke im Rad zufahren und ging u.a. mit Steffen Justus, Gregor Buchholz und Sven Riederer auf den abschließenden Laufkurs. Für die fünf Kilometer benötigte er 15 Minuten – starkes Debüt Philipp!!

Raceday: Der Ablauf an einem Wettkampftag ist mittlerweile ziemlich routiniert. Da ich bereits das vierte Mal im Kraichgau an den Start ging, kannte ich auch die örtlichen Begebenheiten sehr gut. Wir waren rechtzeitig in der Wechselzone. Das Rad und die Wechselbeutel waren präpariert – es konnte los gehen. Mein Ziel war es, das gute Schwimmtraining der letzten Wochen zu nutzen und mit einer guten Ausgangslage auf das Rennrad zu wechseln. 9:20 Uhr war unser Start. 20 Minuten zuvor starteten die Profis. Dazwischen noch die Frauen und die Altersklasse M55+. Aufgrund dieser Situation ist es immer ein ziemlich umrhythmisches Schwimmen, da viele der älteren Altersklassemänner und Frauen deutlich langsamer schwimmen. Dennoch kam ich ohne viel Kontakt zu anderen Athleten sehr gut durch das Wasser und konnte als zehnter wieder Land unter den Füßen betreten. Knapp 27:30 min bedeuteten  für mich gleichzeitig Bestzeit über 1,9km. Schwimmen war in der Vergangenheit immer meine schwächste Disziplin. Auf dem Rad versuchte ich gleich Druck zu machen. In Jena und auch in Gera war ich mit meiner Radform überhaupt nicht zufrieden, sodass ich meine Radposition noch einmal korrigierte. Auf den ersten 20 Kilometern konnte ich noch ein paar Athleten meiner Altersklasse einsammeln. Bei Kilometer 60 lag ich an Position sieben, die Top5 in Schlagdistanz vor mir. Die letzten 30 Kilometer hatte ich allerdings einen ziemlich großen Leistungsabfall und ich wurde noch bis auf Position 18 durchgereicht.
Nach der Auswertung der Daten meiner Uhr ist dieser auch deutlich erkennbar. Mir fehlt dieses Jahr die Tempohärte hintenraus. Da ich dieses Jahr nur die eine Mitteldistanz vor hatte, war es natürlich im Vorfeld schwierig die richtigen Prioritäten zu setzen. Zwar fuhr ich auch ein paar Radtouren über 100km aber nicht in dem Tempo wie letztes Jahr in Vorbereitung auf die Langdistanz. Insofern bin ich zwar enttäuscht, dass ich das Tempo nicht durchziehen konnte aber auch beruhigt, dass ich weiß warum das so ist.

Der abschließende Halbmarathon war dann eine ganz schöne Qual. Der Körper war erschöpft. Das Radfahren hatte zu viele Körner gekostet. Dennoch versuchte ich noch mal ein paar Athleten einzuholen. ‘Vielleicht geht es den anderen ja ähnlich’, dachte ich mir. Bis Kilometer 15 kam ich auch ziemlich gut durch. Allerdings ohne viel Risiko zu gehen. Ich versuchte noch einmal das Tempo zu erhöhen und wurde prompt mit einem Krampf bestraft. Auch da waren die Vorzeichen sehr gut bei abschließender Auswertung der Daten meiner Uhr zu erkennen. Damit kann ich arbeiten, trösten tut mich das allerdings nur bedingt (: Am Ende wurde ich 19. meiner AK. Ein großer Dank geht an Dominik! Er stand ziemlich oft an der Strecke und hat mich motiviert weiter Gas zu geben. Nebenbei noch viele schöne Fotos des Leidens gemacht (: D A N K E !!!!

Was bleibt ist ein Blick in die Zukunft. Der ist durchaus positiv. Schwimmen lief super. Das Radfahren bis Kilometer 55 auch. Das ich dieses Jahr im Laufen wieder ein wenig Konkurrenzfähiger bin, haben die vergangenen Wettkämpfe und Trainingseinheiten gezeigt. Ende Juni steht der erste Regionalliga Wettkampf vor der Tür. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir haben – wie schon vergangenes Jahr – Heimspiel beim Erfurt Triathlon. Da sind die Strecken zum Glück wieder kürzer (:

In diesem Sinne, ich werde alles daran setzen wieder weiter vorne zu landen. Bis Bald!

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7September2015

IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaft in Zell am See – Kaprun

Geschrieben von Philipp in: News

Knapp über 2.700 Athleten qualifizierten sich bei einem der 69 weltweiten IRONMAN 70.3 Rennen auf der ganzen Welt, um bei der Weltmeisterschaft im schönen Salzburger Land dabei zu sein und um sich mit den besten Triathleten der Welt zu messen. Das erste mal wurde die WM in Europa ausgetragen, deswegen war ich auch so besonders glücklich, mich im Krachgau für dieses Rennen qualifiziert zu haben.

Bereits meine zweite WM Teilnahme nach Las Vegas vor zwei Jahren. Dort war ich mit meinem Ergebnis aber nur bedingt zufrieden. Zu viele äußere Einflüsse wie die Zeitverschiebung, schwere Beine von Sightseeing Touren und die späte Qualifikation waren Gründe für eine nicht so optimale Weltmeisterschaft. Am Ende sprang 2013 der 48. Platz in meiner Altersklasse heraus. Das sollte dieses Jahr besser werden.

Die Qualifikation erhielt ich bei einem stark besetztem Feld im Kraichgau. Mit meinem 9. Platz erhielt ich den letzten Qualifikationsplatz. Danach stand der Fokus allerdings erst einmal auf meiner Langdistanzpremiere in Roth. Anschließend hatte ich noch sechs Wochen Zeit, um mich für die Weltmeisterschaft vorbereiten zu können. Diese verliefen ohne weitere Vorkommnisse sehr zufriedenstellend.

Die Balance zwischen Belastung und Entlastung ist gar nicht immer so einfach. Vor Allem wenn die Faszination Triathlon nur ein Hobby ist und man noch Job, Familie und Freunde als Bausteine drum herum hat. Die Zusammensetzung dieser Bereiche ist auch im Amateurbereich sehr unterschiedlich und somit die Vorraussetzungen verschieden. Trotzdem steckte ich mir Ziele: TOP25 und alles aus meinem Körper herausholen. Das erste Ziel  kann ich nicht alleine beeinflussen, das zweite aber schon.

Freitag reisten Dominik und ich ins schöne Salzburger Land nach Zell am See. Dort angekommen holte ich meine Startunterlagen und wir stärkten uns mit ausgesprochenen leckeren Kaiserschmarren und Kaffee. Am Abend war dann noch die Nationenparade mit anschließendem Welcome Banquet. Die Stimmung war gut, die Region und der Veranstalter schienen vorbereitet auf die Weltbesten Triathleten. Und ich mittendrin statt nur dabei.
Am nächsten Tag fuhr ich nochmal einen kritischen Teil der sehr anspruchsvollen Radstrecke ab. Am Abend checkte ich dann mein Rad ein. Meine Freundin und ihre Eltern haben sich auch auf dem Weg nach Österreich gemacht. Mit denen trafen wir uns noch am Abend. Schön das ihr da wart!!

Raceday: Sonntag war es dann soweit. Früh checkte ich nochmal das ganze Material in der großen Wechselzone. Schon jetzt waren es über 30 Grad im Schatten – strahlend blauer Himmel. Das Wetter zeigte sich also nochmal von seiner sommerlichsten Seite. Herzlich war auch die Stimmung der über 1.000 Zuschauer am Schwimmstart. Ich war vorbereitet. 11:10 Uhr ging es dann für meine Startgruppe (ca 170 Triathleten im Alter von 25-29 Jahren) in den klaren Bergsee in Zell am See. Die Profis starteten 10:45 Uhr. 1,9 Kilometer schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und abschließend 21,1 Kilometer laufen. Der Schwimmkurs war eigentlich easy. 935m geradeaus, 30m links herum und wieder 935m zurück zur Wechselzone. Trotzdem kam ich kurz nach dem Start ganz schön in Bedrängnis und bekam einige Tritte und Schläge am Kopf ab. Mehrmals musste ich meine Schwimmbrille richten und schwamm schlussendlich etwas hinterher. Mist. Am Ende hatte ich eine Zeit von 29 Minuten. Das ist okay für mich, aber da war deutlich mehr drin.

Wechsel war okay. Anschließend ging es auf den Radkurs. Die ersten 20km waren flach. Danach ging es 14 Kilometer den Berg hoch. Vor Allem das erste Stück und die letzten zwei Kilometer davon hatten es in sich. Ich entschied mich aufgrund des langen Anstieges  noch am Vortag gegen eine Scheibe. Am Berg wurde ich belohnt, ich war nur auf der Überholspur und es lief sehr gut. Die letzten zwei Kilometer mit einer Steigung von 15% zogen aber auch bei mir den Zahn. Anschließend ging es ein kurzes Stück genau so steil wieder bergab. Ich bin heilfroh mir die Stelle am Vortag noch einmal angeschaut zu haben. Einige andere hätten es auch tun sollen. So gab es ein paar Unfälle in den Kurven und einige Materialschäden. Durch das starke bremsen erhöhte sich der Reifendruck natürlich noch einmal um 1-2 Bar. Wer schon von Beginn an über 10 Bar auf den Reifen hatte, musste mit Reifenplatzern rechnen. Die Strecke anschließend zurück bis Zell am See verlief flach. Am Wendepunkt konnte ich sehen, dass große Pulks sowohl hinter mir aber auch vor mir unterwegs waren. Ein paar Athleten bekamen zwar auch eine Zeitstrafe aber bei weitem nicht so viele wie  notwendig gewesen wäre. Zwei Pulks überholten mich dann auch noch auf den letzten 10 Kilometern.

Der Zweite Wechsel verlief bei mir hervorragend. Ich lief mutig an, hatte ich doch nichts zu verlieren. Laut Dominik war ich etwa an Position 60. Nach dieser Information war ich ganz schön geknickt. Die Mittagssonne hatte auch kein Erbarmen. Der Laufkurs war zwar relativ flach aber trotzdem anspruchsvoll. Eine Wendepunktstrecke am See antlang. Da auch Athleten entgegenkamen waren Überholmanöver anspruchsvoll. Unüberlegte Bewegungen können zu Krämpfen führen, man musste das Umfeld auch die ganze Zeit im Auge behalten. An den Verpflegungsstellen war es sehr eng. In der letzten Runde konnte ich nochmal einige Athleten meiner AK überholen und mich noch bis Platz 38 vorschieben. Fast wäre es Platz 37 geworden aber den Zielsprint verlor ich dann (: Das spielte aber auch keine Rolle mehr. Die Stimmung war Spitze und ich war super glücklich ohne Krämpfe ins Ziel gekommen zu sein. Wenn man bedenkt, dass auch die Profis etwa vier Minuten langsamer gelaufen sind als sonst, ist meine Laufzeit auch schon wieder okay.

So ganz glücklich bin ich mit dem Ergebnis trotzdem nicht. Ziel war ein Platz unter den ersten 25. Ich kann nicht mal sagen, dass ich mit meiner isolierten Leistung unzufrieden bin, die anderen waren einfach besser. Vor allem die Europäer waren super stark. Immerhin war es eine Weltmeisterschaft und ich habe mich mit den Besten der Welt gemessen. Vor mir war nur ein US Amerikaner. Das sah vor zwei Jahren noch ganz anders aus. Gewonnen hat übrigens Jan Frodeno (GER) vor Sebastian Kienle (GER) und Javier Gomez (ESP).
Deutscher Doppelsieg bei der WM. Die Stimmung im deutschen Lager am Abend beim Banque of Champions war dementsprechend gut. Die nächste WM findet übrigens 2016 in Australien an der Gold Coast statt. Ist schön dort (:

Ergebnisse gibt es hier.

Vielen Dank an dieser Stelle noch an Dominik für die ganze Unterstützung auf dem Weg zur Weltmeisterschaft. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Er weiß welche Informationen ich wann brauche und motiviert mich vor, während und nach dem Rennen.
Auch meine Freundin musste in den letzten Monaten viele Entbehrungen in Kauf nehmen weil ich das Rennrad, die Schwimmbrille oder die Laufschuhe ihr vorzog. Danke, dass ich meinen Traum leben durfte.
Danke auch an Peter Sauerland – meinem Coach – für die Geduld und die ganzen Trainingspläne. Es ist aufgrund der Entfernung nicht immer einfach, weil die Kommunikation ausschließlich über Telefon und Internet verläuft.
Ein Dankeschön geht auch an meine Trainingspartner , die mich im Training pushen und lange Radausfahrten nicht langweilig werden lassen.

 

 

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17August2015

Sprint Nordhausen – gelungene Generalprobe gegen Thüringens Nachwuchselite vor der Weltmeisterschaft in Zell am See

Geschrieben von Philipp in: News

So ein Sprint ist schon was anderes. Hier zählt jede Sekunde. Den Sieg habe ich wahrscheinlich in der Wechselzone verschlafen. Ganz im Gegensatz zu den Sprintstars aus Weimar. Klar, durch die Bundesliga sind die jungen wilden genau so ein Format gewöhnt. Geil war es trotzdem.

Zwei Wochen vor der Weltmeisterschaft wollte ich mich nochmal einen kleinen Formtest unterziehen und entschied mich in Nordhausen auf einen Sprinttriathlon einzulassen. 750m Schwimmen, 20Km Radfahren und abschließend 5Km Laufen. Nach langer Zeit waren auch mal wieder Ulrike und Julius mit als Supporter an der Strecke. Dominik selbstverständlich auch. Meine persönliche Zielstellung war, beim Schwimmen nicht all zu viel Zeit zu verlieren und dann auf dem Rad ordentlich Druck zu machen, um beim abschließenden Laufkurs Tuchfühlung zur Spitze zu haben.

Schwimmen lief für meine Verhältnisse (ohne Neo, Wassertemperatur knapp über 23 Grad) spitze, trotzdem verlor ich knapp zwei Minuten zur Spitze. Als ob ich nicht schon genug Zeit im Wasser verlor, fiel der ganze Radständer zusammen, als ich mein Rad von der Stange nahm. Weitere wertvolle Sekunden verstrichen eh ich auf dem Rad mehr investieren musste als ich wollte. Nach 10km konnte ich auf Reiner Wunderlich (Triathlon Jena) aufschließen, der nach dem Schwimmen etwa eine Minute Vorsprung hatte. Die letzten 10km konnte ich auch nach vorne noch weiter Boden gut machen, was allerdings schwierig war, weil vorne nicht sauber gefahren wurde und die Kampfrichter nicht durchgriffen. Am Ende stand trotzdem der schnellste Radsplit zu buche.
So ging es auf Platz 7, mit einem Rückstand von 1:30min auf Ricardo Amarell (HSV Weimar), auf die Laufstrecke. Durch schnellere Wechsel schoben sich auch Reiner Wunderlich und Paul Triebkorn (A3K Berlin) wieder vor mich. Diese konnte ich am Anfang der Laufstrecke allerdings gleich stellen und machte mich auf die Verfolgung des Führungstrios. Laufen lief erstaunlich gut, mit dem schnellsten Laufsplit konnte ich Meter um Meter gut machen. Am Ende fehlten lediglich 10 Sekunden auf Platz 2 (Tom Gorges) und 30 Sekunden auf Platz 1 (Ricardo Amarell). Die Zeiten waren deutlich schneller als die Jahre zuvor obwohl aufgrund der hohen Wassertemperatur auf den Neoprenanzug beim Schwimmen verzichtet werden musste.

Somit konnte ich meinen ersten Platz im Thüringencup vorerst verteidigen.

Leider gab es entgegen der Ausschreibung keine Gesamtsiegerehrung. Eigentlich unverständlich, da es im Rahmen des “Scheunenhof Triathlons” die größte Veranstaltung mit über 150 Teilnehmern war. Außerdem in den Thüringencup mit einfließt und somit das Feld stark besetzt war. Auch hat es zwischen Rennen und Siegerehrung über zwei Stunden gedauert, was in meinen Augen zu lang ist. Ein weiteres absolutes “No-Go” war, dass das Rennen vom Kampfrichter freigegeben wurde obwohl zwei Weimarer deutlich vor der Startlinie standen und auch nach mehrfacher Aufforderung nicht zurückkamen. In so einem Fall sollte man konsequent sein und den Sportler bestrafen. Auf der anderen Seite ist das Verhalten aber auch von den Weimarern absolut unsportlich und wirft kein gutes Licht auf unseren Sport und die Nachwuchsschmiede des HSV Weimar.

Jetzt werde ich noch eine Woche relativ hart trainieren. Anschließend geht es physisch und psychisch in die Endphase der Vorbereitung für die Weltmeisterschaft am 30. August 2015 in Österreich. Ich freue mich sehr und fühle mich gut vorbereitet.

Ergebnisse gibt es hier.

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29Juli2015

30. Werratal Triathlon – Landesmeister 2015 im Triathlon

Geschrieben von Philipp in: News

Beim ältesten Triathlon in Thüringen konnte ich vergangenes Wochenende den Landesmeistertitel auf der Olympischen Distanz sichern. Noch viel schöner für mich persönlich ist allerdings die Tatsache, dass es erst mein zweiter Triathlon war, den ich in der Gesamtwertung für mich entscheiden konnte. Das erste Mal gelang es mir vor drei Jahren beim Sachsenring Triathlon.
Im Vorfeld zum Werratal Triathlon war ich ein wenig hin und her gerissen. Rein physiologisch hatte ein Start – nur zwei Wochen nach meiner Langdistanz – überhaupt kein Sinn gemacht. Psychologisch hingegen war ich schon einen Schritt weiter. Zumal es mein zweites Heimrennen ist. Meine Freundin Sarah-Alicia kommt aus Barchfeld. Schwiegereltern, Schwiegergroßeltern, Schwiegertanten, Schwiegeronkel, … wohnen alle in Barchfeld. Ich hatte quasi gar keine Wahl. Veranstalter Gert Hellmann lud uns zudem bereits letztes Jahr ein. Es sollte ein besonderer Triathlon werden. Einige Sieger der vergangenen Jahre – unter anderem Amateurweltmeister Kai Röckert, hatten ihre Zusage gegeben und waren vor Ort.

Also machten sich Dominik und ich am Sonntag auf den Weg nach Barchfeld. Wie jedes Jahr war die Veranstaltung liebevoll organisiert. Viele bekannte Gesichter zeigten sich vor dem Start. Der Druck wuchs… :roll:
Unter anderem war der aktuelle Landesmeister aus dem Jahr 2014 Reiner Wunderlich (KS Sportsworld) am Start. Letztes Jahr – beim Triathlon am Ratscher – hat er mich in allen Disziplinen deklassiert. Ich wurde am Ende Zweiter – mit deutlichem Rückstand. Schon nach dem Schwimmen lag ich etwa drei Minuten zurück. Das wollte ich dieses Jahr unbedingt besser machen. Reiner gilt als hervorragender Schwimmer und ist letztes Jahr unter den TOP15 bei der Challenge Roth aus dem Wasser gestiegen. Seinen Füßen zu folgen wäre also riskant gewesen. Wahrscheinlich hätte ich in der zweiten Runde wie ein toter Fisch mit dem Bauch nach oben im Wasser gelegen. Oder hätte ein Sauerstoffzelt vor dem Radfahren gebraucht.
So schwamm ich an Position vier liegend hinter Stefan Hochstein (Triathlon Jena). Auch er war früher ein ziemlich schneller Athlet der unter anderem auch schon hier gewonnen hatte. Letztes Jahr hatten wir uns noch in der Liga duelliert. Zusammen mit ihm und Lokalmatador Philip Morgenweck stiegen wir etwa eine Minute hinter dem enteilten Reiner Wunderlich aus der Kiesgrube. EINE MINUTE? Super!! Damit lies es sich leben.

Da ich mich entschied Socken vor dem Radfahren anzuziehen, verlor ich den Anschluss an das Duo Morgenweck/Hochstein. Letzteren konnte ich allerdings relativ schnell stellen. Auf dem Rad musste eine 11km Runde mit einem ordentlichen Anstieg vier Mal gefahren werden (44Kilometer). Die ersten zwei Runden blieb ich in Sichtkontakt hinter Philip Morgenweck. Für ihn war es ein Heimspiel und er war ein starker Radfahrer. In Runde drei erhöhte ich allerdings die Schlagzahl, da ich die Chance witterte, vor dem abschließenden Lauf auf den führenden Wunderlich aufzuschließen. Dies gelang uns schneller als erwartet. Philip hatte überall an der Strecke seine Spitzel, die uns die Rückstände verrieten. Das war genial. Als Führungstrio ging es dann in die letzte Runde. Von hinten schien keine Gefahr, also trödelten wir ein wenig. Ich persönlich hatte kein Interesse weiterhin Vollgas auf dem Rad zu geben. Auf dem Papier war ich der stärkste Läufer. Dementsprechend gab es noch zwei bis drei Attacken von den anderen Zweien. Einen Vorsprung konnte aber keiner auf den letzten zehn Kilometern rausfahren, so dass wir zu dritt auf den abschließenden 10km Lauf gingen.

Dort machte ich von Anfang an Druck und konnte mich recht schnell distanzieren. Eine abwechslungsreiche 10km Wendepunktstrecke wartete auf uns. Als ich bei der Wende einen komfortablen Vorsprung hatte, nahm ich auf dem Rückweg an Tempo raus, um physiologisch nicht noch weiter in den Keller zu fallen. Am Ende gewann ich mit drei Minuten Vorsprung vor Philip Morgenweck und Reiner Wunderlich.

Sarah-Alicia wurde Zweite bei den Frauen. Da die erste aber aus Hessen kam, wurde auch sie Landesmeisterin. Ein super Wochenende also für uns (:

Ergebnisse gibts hier.

Jetzt liegt der Fokus zu 100% auf der anstehenden 70.3 Weltmeisterschaft Ende August in Zell am See. Das meiste Potential habe ich zur Zeit beim Laufen. Daran muss ich im August konsequent arbeiten. Ich freue mich darauf.

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