28. September 2011
Ein Lebenszeichen beim 66. Steigerlauf in Erfurt
Geschrieben von Philipp in: News .
Sehr ruhig ist es die letzten beiden Wochen geworden. Ich bin mitten in meiner Saisonpause, zumindest was den Triathlon betrifft. Bis Ende Oktober lasse ich Wasser Wasser sein und auch das Rad steht bereits im Keller zum Winterschlaf. Dafür kommt dann langsam im Austausch zu meinem Rennbike wieder die Rolle und natürlich das Mountainbike zum Einsatz … aber auch das nicht vor November.
Nachdem sich auch die Laufschuhe auf ihre Saisonpause gefreut hatten, konnte ich sie dennoch überreden und bin so seit drei Tagen – nach 2 Wochen vollkommener Regeneration – wieder mit ihnen unterwegs. Auftakt bildete – ohne Vorbereitung und jegliches Training – der Steigerlauf am Sonntag:
Traumhaftes Wetter lockte noch einmal Ende September einige Läufer in den Steiger. Ich liebe diesen Lauf. Die Organisation war wie jedes Jahr perfekt. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll und jedes Jahr Top besetzt.
10:30 Uhr war Start. So machten sich 169 Läufer auf den 13 Km Rundkurs. Da es für mich um nichts ging, versuchte ich ein wenig rum zu experimentieren. Ich wollte meine Bestzeit beim Steigerlauf (47:17 min) noch einmal unterbieten. So versuchte ich dieses mal, die erste Gruppe nicht einfach davon laufen zu lassen sondern dran zu bleiben. Bis zur Fuchsfarm gelang mir das auch gut. Ich hielt den Anschluss zum späteren Gesamtsieger Marcel Knape (USV Erfurt), Heiko Ludewig (Spiridon Frankfurt) und Konrad Dintner (Laufladen Erfurt).
Nach der Fuchsfarm konnte ich mich zwar ein paar Meter von Konrad absetzen, aber vorne das Tempo unter keinen Umständen mehr mitlaufen. Ich war vollkommen platt, wenngleich man zu diesem Zeitpunkt schon das schlimmste vom Streckenprofil hinter sich hat.
Kurz hinterm Waldhaus passierte dann das, was nicht hätte passieren dürfen. Ich knickte ziemlich heftig um. Ein starker Zug bis hoch zum Becken. Das ist mir erst zweimal passiert. Beide Male beim Steigerlauf. Klar ist die Strecke anspruchsvoll. Gerade diese Passage ist von Wurzeln und Unebenheiten nur so gespickt, aber ich war eben auch einfach unaufmerksam. Wären wir nicht gerade am weitesten Punkt vom Start/Ziel weg gewesen, so wäre ich mit Sicherheit auch ausgestiegen. Wie beim letzten Mal, als ich beim Steigerlauf umknickte und dann anschließend drei Wochen auf Krücken unterwegs war.
Konrad musste ich dann auch passieren lassen und plötzlich ging es auch wieder mit meinem Fuß.
Die Angst, dass sich der Fuss die nächsten Tage bemerkbar machen würde, bestätigte sich zum Glück nicht. Vielleicht war es sogar gut, dass ich ihn weiterbelastet habe.
“Konrad jetzt nicht aus den Augen verlieren und nachher bei der langen Bergabpassage versuchen, noch mal anzugreifen.” – Das war jetzt die Taktik. Logisch, denn ein vierter Platz ist immer blöd, auch wenn es um nichts geht. So kam es dann auch. Auf der langen Bergabpassage konnte ich noch einmal bis auf etwa 10m an Konrad ran laufen. Doch das kostete so viel Kraft, dass ich auf dem letzten Kilometer (wo es noch einmal richtig heftig Berg hoch geht) nichts mehr hinzu zusetzen hatte. So musste ich mich schlussendlich tatsächlich mal wieder mit einem vierten Platz zufrieden geben. Meine Zielzeit verpasste ich ebenfalls um fast eine Minute. Trotzdem war ich im Ziel mehr als zufrieden!! Denn die Umstände, dass ich eine lange Saison hinter mir und sogar zwei Wochen nicht trainiert habe, sprechen eigentlich für ein deutlich schlechteres Ergebnis.
Mit dieser Ausgangsbasis lässt es sich die kommenden Wochen gut trainieren. Am 23. Oktober werde ich meinen letzten Wettkampf in dieser Saison absolvieren. Einen Halbmarathon in Dresden. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte er nochmal richtig schnell für mich werden. Ich bin auf jeden Fall hoch motiviert, zumal ich mich bei Wettkämpfen in Sachsen richtig wohl fühle!
Zeitgleich zum Steigerlauf ging beim Berlin Marathon die Post ab. Beide Weltrekordhalter im Marathon – Paula Radcliffe (GBR) und Haile Gebrselassie (ETH) – starteten in einem Rennen. Leider musste mein großes Laufvorbild Haile nach Magenbeschwerden aussteigen. Der 12 Jahre jüngere Patrick Makau (KEN) konnte das optimale Wetter an dem Tag allerdings nutzen und einen neuen Weltrekord im Marathon aufstellen. Dieser liegt jetzt bei 02:03:38h. Weltklasse!!!
Philipp
Anmerkung: © Fotos 2, 3, 7, 8 und 15 von Bernd Sprenger; vielen Dank für die freundliche Bereitstellung






































