6. Mai 2012

Strongman 2012 – Beim Fremdgehen erwischt…

Geschrieben von Philipp in: News .

…oder: “Unverhofft kommt oft”. Vielleicht auch einfach beides. Gestern startete ich beim 6. Fisherman’s Friend Strongman Run 2012 auf dem Nürburgring. Eigentlich wollte ich von diesem Event auch gar nicht berichten, da ich bis auf das “bloß nicht verletzen” gar keine Ambitionen hatte. Deswegen störte mich dieses Sauwetter auch wenig. Die Stimmung war dennoch prächtig und die Menschen in der Eifel alle unheimlich herzlich. Über 12.000 Starter waren angemeldet. Am Start waren letztendlich knapp 10 000. Ganz schön viele…
Ich ordnete mich brav hinter den ersten 200 Athleten ein. Schließlich wollte ich Spaß haben und niemandem im Weg stehen. Die Stimmung eine halbe Stunde vor dem Start war super. Tolle Rockmusik stimmte uns auf das bevorstehende Ereignis ein. Als dann aber der Start kurzfristig um eine halbe Stunde nach hinten verschoben wurde, war auch die Stimmung der anderen Athleten im Keller.
Ob es an Weichei Pocher lag, der mangelnden Organisation der Kleiderbeutelabgabe oder den Sicherheitsvorkehrung aufgrund des dichten Nebels, wird wohl das Geheimnis des Veranstalters bleiben.
Mich störte die Verzögerung nicht. Ich war eh schon vor dem Start von oben bis unten nass und unterhielt mich bis zum Startschuss mit anderen Athleten über die Vor- und Nachteile von Torwarthandschuhen und anderen mehr oder weniger sinnvollen Utensilien für die Bewältigung der Hindernis auf der Strecke.

Der letzte Song vor dem Start war: “You never walk alone”. GÄNSEHAUT!! Dann ging es auch endlich los. Genau an der Ampel wo sonst die Formel1 Piloten stehen. Ein wenig ärgerte ich mich jetzt doch, nicht auf der Pole Position gestanden zu haben. Jeder der schon mal einen Marathon in der Großstadt gelaufen ist, versteht was ich meine. Die ersten zwei Kilometer war ich nur am Überholen, was sich schlussendlich aber als gute Taktik herausstellte. So konnte ich die ersten Hindernisse problemlos und ohne Warten überqueren.
Die größeren Probleme bereiteten mir in der ersten Runde aber gar nicht mal die Hindernisse sondern die durch den Regen so rutschigen Wiesen. Nach etwa drei Kilometern lag ich dann auch das erste Mal komplett im Matsch. Verdammt!! (:(: 3:0 für die Strecke. Dass ich das Rennen gegen die Strecke verlieren werde und nicht das letzte Mal im Matsch lag, wusste ich schon jetzt. ‘Was soll’s, dafür bin ich hergekommen’, dachte ich mir und machte weiter Position um Position gut.

Durch Schlamm robben, über Heuballen rüber, eine Wasserrutsche runter, durch Kies hindurch und anschließend in einem EISKALTEN Becken schwimmen. Über einen Reifenparkour robben, eine Netzhängebrücke überqueren und schon wieder kriechen. Diesmal über ein Kiesbett.
Im festen Glauben, dass ich zu der Zeit so auf Position 50 lag, rief mir Dominik plötzlich zu: “Du bist 15.! Weiter so aber verletz dich nicht!” ‘Waaaaaas’, dachte ich. Plötzlich hatte mich dann doch noch der Ehrgeiz gepackt. Zumal ich sechs andere Athleten unmittelbar vor mir sah. Also ging ich über die drei Hindernisse im Zielbereich und anschließend als 14. auf die zweite Runde.

Noch weit vor dem nächsten Hindernis schloss ich auf vier weitere Athleten auf und stand plötzlich in einer riesen Schlange vor dem ersten und somit auch meinem 16. Hindernis.
“Vorsicht, zweite Runde” rief einer aus meiner Gruppe. Entgegen meiner Erwartung wurden wir auch freundlich vorbeigelassen und so kämpften wir uns Hindernis um Hindernis an den Anderen der 1. Runde vorbei. Auf den letzten drei Kilometern konnte ich mich dann noch von den Anderen der zweiten Runde absetzen.
Dass ich dann im Ziel jedoch als Vierter empfangen wurde, hätte ich nicht mal zu träumen gewagt. Ich hab auf der Strecke so viel Spaß mit den Zuschauern und mir selber gehabt.
Wäre ich von vornherein konsequenter gewesen, wäre ein Podiumsplatz sogar realistisch gewesen. Trotzdem bin ich keineswegs enttäuscht über den undankbaren vierten Platz, sondern vielmehr überrascht und zufrieden, mich nicht verletzt und so “Matsch” fun gehabt zu haben. Unter die ersten 1oo wollte ich schon kommen, insofern habe ich die Zielstellung mehr als erfüllt. Noch dazu kommt, dass die ersten drei eine Menge Erfahrung im Hindernislauf haben und als Spezialisten gelten. Gewonnen hat bereits zum fünfen Mal Knut Höhler (Brooks Running Team), vor Florian Reichert (Loox) und Vorjahressieger Florian Neuschwander (PST Trier/Compressport).

Zum Glück gab es im Ziel eine warme Dusche. Einen Tag danach geht’s mir schon wieder ganz gut. Auf meinen Knien sind sichtbare Schürfwunden vorhanden. Muskelkater habe ich an Stellen, wo ich ihn noch nie hatte aber ansonsten geht’s mir hervorragend. Die Handschuhe haben einen großartigen Dienst erwiesen. Auch meine alte Schwimmbrille hat für den nötigen Durchblick im Wasser gesorgt. Es hat wirklich Spaß gemacht, auch wenn die zweite Runde aufgrund der Überrundungen etwas unübersichtlich und extrem schlammig war. Es war mal was anderes als Triathlon und ich würde es wieder tun.(:

Jetzt liegt mein Fokus aber wieder auf dem Triathlon. In zwei Wochen werde ich in Gera bei meinem ersten Triathlon 2012 starten. Am kommenden Dienstag stehen noch die mitteldeutschen Hoschschulmeisterschaften im Duathlon an. Ich habe mich vorgestern angemeldet. Ob ich wirklich starte, hängt ein wenig davon ab, ob ich mich bis Übermorgen von den Strongman Strapazen erholt habe.

Ein paar Bilder seht ihr wie immer im Anhang.
Weitere erste Impressionen von den Hindernissen seht ihr hier.
Ergebnisse gibt’s hier.

Schönen Sonntag,
Philipp

Ein Kommentar bisher...

Julius schrieb:

6. Mai 2012 um 17:17 Uhr

Toller Erfolg! :)

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