2. Juli 2012

Erfurt Triathlon – Erneut Platz 3 beim Heimspiel am Stausee Hohenfelden

Geschrieben von Philipp in: News .

Wenn jemand denkt ich ärgere mich darüber, dass ich es wieder nicht über Platz 3 beim Heimspiel in Erfurt geschafft habe – der irrt. Nach nicht einmal 22 Stunden Ruhe stand ich nach dem Regionalliga Wettkampf in Cottbus schon wieder an der Startlinie. Dieses Mal beim Erfurt Triathlon.
Im Vorfeld habe ich mich sehr über die Terminüberschneidung geärgert. Sicherlich einige andere Thüringer Athleten auch, da mit Jena, Gera und Erfurt gleich drei Mannschaften einen Tag zuvor in Cottbus am Start waren. Die starken Weimarer haben erst eine Woche zuvor ihre Tabellenführung in der zweiten Liga verteidigt. Dennoch gab es einen neuen Teilnehmerrekord beim Triathlon in Erfurt. Triathlon boomt. Anders ist dieser Zuspruch nicht zu erklären.

Dieses Jahr wurde die Gesamtleitung erstmals von Alexandra Herbst übernommen. Für das Wetter konnte sie nichts und pünktlich zur Teamvorstellung der Regionalligamannschaft am Nachmittag kam ja dann auch die Sonne raus. Sie machte mit ihrem Organisations- und Helferteam einen tollen Job. Eigentlich sollte ich früh noch das Führungsrad für die Kinder und Wohlfühltriathleten machen, da ich aber ein paar Tage zuvor noch nicht wusste wie es mir nach Cottbus gehen würde, übernahm diesen Job Dirk Giessmann.

Ich bin stolz für einen Verein wie den LTV – Erfurt starten zu dürfen. Hier hat sich die letzten Jahre richtig was getan. Und genau das war auch der Grund, warum ich mich kurzfristig entschied, doch beim Olympischen Triathlon zu starten. Ich wollte dem Verein etwas zurückgeben. Nebenbei wurden in diesem Jahr in Hohenfelden die Thüringer Landesmeisterschaften ausgetragen.

Gesagt getan. Gleich zu Beginn die Hiobsbotschaft: Neoprenverbot. Ein Nachteil für schwächere Schwimmer wie mich. Aber unterm Strich haben alle die selben Bedingungen und das Wasser war zwar dreckig aber sehr angenehm warm. Das Schwimmen hat richtig Spaß gemacht. Kein Muskelkater vom Vortag. Es waren zwei Runden á 750m zu schwimmen. Nach einer Runde habe ich mir kurz einen Überblick verschafft und freute mich, dass mehr Schwimmer von hinten kamen als vor mir schwammen. 20. oder so. Der Abstand nach vorne war zu diesem Zeitpunkt kleiner als gedacht, also ging ich völlig motiviert auf die zweite Runde.

Als 9. im Einzelklassment und 18. Gesamt (mit Staffeln) ging es mit vier Minuten Rückstand auf die 42km lange Radrunde. Dieses Jahr wurde – aufgrund von Bauarbeiten – die “Jedermann-Radstrecke” zweimal absolviert. Das hieß zweimal den Riechheimer Berg hoch. Da machte sich dann doch der Triathlon in Cottbus bemerkbar. An dieser Stelle ein freundlicher Gruß an die Oberschenkelmuskulatur. Danke, dass ihr durchgehalten habt. Und das sogar besser als ich dachte. Nach einer Runde war nur “Triathlonprofi” Henry Beck (HSV Weimar) drei Minuten voraus. Ulrich Konschak (SV Nordhausen) und Martin Schütze (Triathlon Jena) – mit der schnellsten Radzeit des Tages – sowie die führende Staffel mit Teamkollegen Stefan Bürge waren lediglich 100m voraus.
Mit dem Hintergedanken, dass Ulrich verdammt schnell laufen kann und Martin ein super schneller Radfahrer ist und ich vor allem meine abschließende Laufleistung noch gar nicht einschätzen konnte, versuchte ich mein Glück beim zweiten “klettern” am Riechheimer Berg. ‘Irgendwie brauche ich ein kleines Polster vor dem zweiten Wechsel’, dachte ich mir. So konnte ich auch aufschließen und kurzzeitig vorbei gehen, habe sogar Stefan´s Grinsen gesehen, aber das hat er sich trotzdem nicht einfach gefallen lassen und konterte mich eiskalt mit den zwei anderen im Rücken aus :-D . Auf den letzten zehn Kilometern trat sogar dann das Gegenteil meines Plans ein und ich verlor Meter um Meter, Sekunde um Sekunde auf das Trio.
Keine Ahnung wie viel Luft nach hinten war. Also doch Vollgas beim Laufen.

Mit einem Blitzwechsel konnte ich zumindest Uli in der Wechselzone überholen. Zwischenzeitlich sogar auf Platz zwei liegend konnte ich meinen Vorsprung vor Uli genau einen Kilometer halten. Dann sorgte er für klare Verhältnisse. An dieser Stelle ziehe ich schon mal meinen Hut vor ihm. Nicht nur, dass er letzte Woche einen fantastischen 5. Platz beim Green Hell Triathlon am Nürburgring – einen der härtesten Triathlons in Deutschland – hingelegt hat, auch in Erfurt legte er die schnellste Laufzeit mit einer Leichtfüßigkeit auf. Vom Alter her könnte Ulrich mein Vater sein. Starkes Rennen von ihm.

Weltklasse aber auch die Unterstützung an der Strecke – vor allem im Zielbereich – von meinen Vereinskollegen und Kindern des LTV, die mir den Rückstand nach vorne und den Vorsprung nach hinten zuriefen, mich anfeuerten und unterstützten. Ich bin stolz, hier jahrelang als Trainer fungiert zu haben und vermisse die Zeit ein wenig. Ich habe mir die Kleinen also doch richtig erzogen 8-) . Auch meine Freundin Sarah-Alicia, die den Sprinttriathlon knapp vor Johanna Schreier gewann, ihre Eltern und Dominik feuerten mich lautstark an und ließen mir gar keine Chance, an die Blessuren vom Vortag zu denken. Nur am Berg…war man alleine. Aber selbst da gab es aufmunternde Worte von Vereinskameraden, die selber gegen den Schlamm und die Höhenmeter kämpften. Auf den letzten Metern musste ich mit Patrick Letsch noch die erste Staffel passieren lassen. Am Ende war es sogar gut so, weil ich so den Zieleinlauf genießen konnte und den kleinen (ja ich weiß, ihr seid schon groß) Helfern an der Getränkestelle den Gefallen tun konnte und von jedem noch einen Becher Wasser nahm. Sichtlich erleichtert und zufrieden kam ich als Gesamtdritter mit der zweitschnellsten Laufzeit ins Ziel.

Am Nachmittag gab es dann noch die offizielle Teampräsentation des neu gegründeten Regionalligateams. Bereits am Vormittag die Vorstellung des Juniorteams. Ich denke das ist eine gute Sache. Auch freue ich mich sehr, dass Dominik das ganze als Hauptsponsor unterstützt. Das ist leider nicht selbstverständlich, dass mittelständische Unternehmer Randsportarten wie den Triathlon fördern. Dabei hat mir der Tag gestern wieder gezeigt, dass der Triathlon es allemal verdient hat.

Nach der Teampräsentation gab es noch eine würdige Siegerehrung. Allem in allem eine super gelungene Veranstaltung. Ein riesen Dank noch ein mal an alle Unterstützer gestern. Für mich persönlich war es ein sehr erfolgreiches Wochenende. Mit zwei Top 5 Platzierungen und soliden Lauf- und Radzeiten.

In den kommenden Wochen stehen, neben der Bachelorarbeit, wieder ein paar längere Einheiten an, um die zweite Saisonhälfte gut vorzubereiten und zu überstehen.

Ergebnisse vom Erfurt Triathlon gibt es hier.
Einen ersten Zeitungsartikel gibt es hier.

Eine schöne Woche,
Euer Philipp

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