15. Juni 2013

Deutsche Meisterschaften bei der Challenge Kraichgau

Geschrieben von Philipp in: News .

Allein die Tatsache, dass es fast eine Woche gedauert hat bis ich den Artikel geschrieben habe, ist ein Indiz dafür, dass ich mit meinem Ergebnis nicht zufrieden bin. Genau so ist es auch.
Meine Form ist nicht dort wo sie sein sollte. Das Leistungsniveau vom vergangenen Jahr kann ich momentan noch nicht abrufen, aber woran liegt das? Mit dieser Fragestellung werde ich mich bis zur Europameisterschaft in Wiesbaden auseinandersetzen müssen.
Jetzt folgen ersteinmal ein paar kürzere Rennen über die olympische Distanz. Gerade auf mein Heimrennen in Erfurt, aber auch auf Leipzig freue ich mich besonders. In Erfurt wird es dieses Mal einige Veränderungen zu den Vorjahren geben. Am meisten freue ich mich aber auf die herzliche Stimmung. Viele Verwandte, Bekannte und Freunde und der Triathlonnachwuchs des eigenen Vereins werden mich wieder motivieren, bis zur Ziellinie alles zu geben. Das Wetter scheint auf jeden Fall besser zu werden  ;-)

Wenn ich gerade vom Wetter rede, sind wir auch schon wieder im schönen Kraichgau in der Nähe von Heidelberg. So ein Wetter zu einem Wettkampf habe ich noch nicht erlebt. Dabei mussten wir Triathleten uns dieses Jahr schon einiges von oben gefallen lassen, nicht zuletzt beim Powerman am Falkenstein, wo das Radfahren wegen Unwetter (Schnee und Starkregen) gestrichen werden musste.
Ein wenig schlimmer traf es uns am vergangenen Wochenende, sodass der gesamte Wettkampf auf der Kippe stand. Bei Gewitter dürfen keine Athleten auf die Radstrecke, geschweige denn ins Wasser gelassen werden. So entschied man sich zunächst einmal den Start um eine Halbe Stunde – von 9:00 Uhr auf 9:30 Uhr – zu verlegen. Keine Besserung, aber Besserung laut deutschen Wetterdienst in Sicht. Nächste Startverschiebung auf 10:00 Uhr. Da sollte es dann aber auch endgültig losgehen.

Auftaktdisziplin Schwimmen. Am Schwimmstart traf ich noch Henning Schoelen – einen guten Freund. Abschiedsküsschen von meiner Freundin (sie startete bei ihrer zweiten Mitteldistanz und machte ihre Sache sehr gut *stolzguck*), und dann ging es los. Ich fand jedoch weder Rhythmus noch den direkten Weg. Im Zickzack und mit einer Menge Wut über mich selber quälte ich mich alleine durchs Wasser. Gerade auf das Schwimmen hatte ich mich gefreut, weil ich dort die meisten Trainingsfortschritte zu verzeichnen  hatte.

Nach etwa einer halben Stunde ging es in den Flutgrabe…äääähm Wechselgarten und ab auf’s Rad. Dort lief es okay. Nicht mehr aber auch nicht weniger. An einen der letzten Berge konnte ich sogar auf den Vorjahressieger und mein großes Vorbild Andreas Raelert aufschließen. Er hatte keinen guten Tag erwischt, erst ein paar Tage zuvor hatte er eine Zahn-OP, sodass sein Start sowieso auf der Kippe stand. Nach einem für mich (ich hoffe für ihn auch?!) motivierenden Smalltalk fuhr ich an ihm vorbei. (Es wird nicht das letzte “Duell” mit ihm an diesem Tag gewesen sein ;-) )

Ein schneller Wechsel in die Laufschuhe und ab ging’s. Bloß nicht überzocken. Bloß keine Krämpfe. Spaß haben und noch ein paar Plätze gut machen hieß die Devise. Wo ich zu diesesm Zeitpunkt stand wusste ich nicht, dass es aber egal war machte anschließend der Blick in die Ergebnisliste deutlich. Ich war an diesem Tag einfach nicht konkurrenzfähig – auch nicht in meiner Paradedisziplin dem Laufen. So holte mich in der zweiten Runde Andreas Raelert wieder ein und auch einige andere Athleten kamen förmlich an mir vorbeigeflogen. In der letzten Runde stand ich wieder einmal krampfbedingt einige Minuten am Streckenrand. Trotzdem genoss ich am Ende doch noch den Zieleinlauf. Platz 11. in der AK und Platz 58 Gesamt.

Krasse Leistungen von Robin Schneider (TSV 1880 Gera-Zwötzen) und Boris Stein (RSG Montabauer). Robin kommt auch aus Thüringen und hatte einen richtig guten Tag, auch wenn er am Ende nicht 100%ig zufrieden war. Er kam als 4. aus dem Wasser und fuhr lange Zeit mit den Profis mit. Beim Laufen musste er dem ein wenig Tribut zollen, aber in so einem starken Feld als 14. zu finishen ist bärenstark. Er gilt in meinen Augen als ein absoluter Top-Favorit um den AK-Weltmeistertitel im September in Las Vegas.

Die krasseste Leistung brachte an diesem Tag allerdings mein Trainingspartner aus dem Sauerlandteam Boris Stein. Er ist seit letztem Jahr schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr – aber bei so einer Konkurrenz mit Andreas Raelert, Timo Bracht, Maik Petzold, etc. kann man schon von einer Überrachung sprechen. Gut gemacht! Da wird Peter mächtig stolz sein.

Bleibt noch Danke zu sagen an Dominik – der auch den ganzen Morgen im Regen stand und wieder einmal alles super organisiert hat.

Ein großes Dankeschön gilt auch dem Veranstalter. Ich hätte am Morgen mit keiner Person der Funktionäre tauschen wollen. Absolut professionell und mit einer ausgestrahlten Ruhe und auch ein wenig Mut. Eine Veranstaltung stand wohl selten so auf der Kippe. Ich habe – ehrlich gesagt – schon mit einem Abbruch gerechnet. Die Verantwortung über die Gesundheit der Athleten hat in so einem Fall ganz klar Priorität. Die Startverschiebung absolut notwendig und anschließend gab es einen absolut geilen Wettkampf. Ein riesen Dankeschön auch an die vielen gut gelaunten Helfer und Zuschauer, die nach diesem Miesepeter Wetter an der Strecke standen und Stimmung gemacht haben. Ich komme wieder – DEFINITIV!!

So, muss trainieren.
Euer Philipp

Ein Kommentar bisher...

Knut schrieb:

16. Juni 2013 um 20:46 Uhr

Hey Philipp,
Das war eine sehr schöne Leistung, wie ich finde! An diesem Tag waren die Bedingungen weder schön noch komfortabel. Weder Rad- noch Laufstrecke gibt es im Kraichgau geschenkt. Also, Kopf hoch und zuversichtlich in Richtung Wiesbaden blicken!!! Viel Erfolg dabei,
Knut

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