8. Juni 2015

Ironman 70.3 Kraichgau – Hitzeschlacht um einen WM-Slot

Geschrieben von Philipp in: News .

Bereits zum dritten Mal startete ich im Kraichgau. Ich liebe diesen Kurs. Eine traumhafte Landschaft und eine Wahnsinns Zuschauerkulisse. Außerdem ist die Veranstaltung immer sehr gut organisiert und auch terminlich passt eine Mitteldistanz super in den Juni. Dieses Jahr wurde das Rennen allerdings nicht mehr unter dem “Challenge” Label sondern erstmals unter dem “IRONMAN” Label ausgetragen, was die Qualität der Veranstaltung aber nicht minderte. Im Gegenteil – sportlich gesehen gab es dieses Jahr somit auch erstmals im Kraichgau die Möglichkeit, sich für die Weltmeisterschaft auf der Halbdistanz im August und für den IRONMAN auf Hawaii zu qualifizieren. Ein besonderer Anreiz.
Bereits Freitag Abend reiste ich mit dem Weltbesten Betreuer Dominik an. Der Wettkampf selber findet in Bad Schönborn statt. Das liegt in der Nähe von Heidelberg – wo ich einen Teil meines Studiums absolviert habe. Schon während dieser Zeit habe ich diese Gegend als mein Trainingsrevier geliebt.
Am nächsten Tag holten wir die Startunterlagen ab, checkten das Rad ein und schauten uns am Abend – um den Puls schon mal in die Höhe zu treiben – das Bundesligarennen der Damen und Herren an. Beeindruckend.
Bei den Damen startete unter anderem auch Henrike Herzog, die im Rahmen des Deutschlandcups im Bundesligarennen teilnahm und zeigte dabei eine beeindruckende Leistung bei über 30 Grad.
Abends gingen Dominik und ich noch was leckeres Essen und lernten den ein oder anderen tollen Wein aus der Region kennen. Dementsprechend gut schlief ich vor dem Wettkampf (:

RACEDAY: Nach einem sehr guten Frühstück ging es zum Schwimmstart. Ich lag gut in der Zeit, was für mich immer wichtig für den Kopf ist. Ich freute mich auf das Rennen. Nach den letzten Handgriffen am Rad und ein paar herzlichen Begrüßungen mit befreundeten Athleten ging es dann Richtung Schwimmstart. In der vierten Startwelle ging es dann ins Abenteuer.
Beim Schwimmen hieß die Taktik wie immer: überleben. Dem Getümmel aus dem Weg gehen und ohne große Umwege zu schwimmen. Nicht zuviel Zeit auf Eric zu verlieren und wertvolle Sekunden auf Max zu gewinnen. Also ganz schön komplex diese Aufgabe und das am frühen Morgen. Als 21. meiner Startgruppe kam ich wieder aus dem Wasser. Auf Eric hatte ich knapp eine Minute verloren aber seine Paradedisziplin kam ja erst noch.

Wechsel lief gut. 90 Km Radfahren standen auf dem Programm. Wer die Gegend kennt, weiß das es dort kaum flache Stellen gibt. Ich musste mir also die Kräfte gut einteilen. Etwa 1200hm mussten überwunden werden. ‘Wenn Max mich bei KM 40 einholt, ist alles in Ordnung. Holt er mich vorher ein wäre ich – in erster Linie von meiner eigenen Leistung – enttäuscht. Wenn er erst bei KM 50 kommt bin ich gut im Rennen.’ – dachte ich mir.
Als ich einen Platz vor Max in die zweite Wechselzone gekommen bin, wusste ich, dass ich verdammt gut auf dem Rad unterwegs war. Irgendwo in den Top15. Immer noch knapp eine Minute hinter Eric. EINE MINUTE?! Dann hätte ich keine Zeit auf ihn auf der Radstrecke verloren! Entsprechend beflügelt und optimistisch ging ich das Laufen an. Um eine Chance auf ein WM Ticket zu haben, musste ich mindestens in die Top10 vorlaufen. In meiner Altersklasse (25-29) waren sechs sogenannte “Slots” für die diesjährige 70.3 WM in Zell am See ausgeschrieben und zwei “Slots” für Hawaii.

Also um auf Nummer sicher zu gehen müsste ich sechster werden. Ich hatte 21km Zeit. Doch wie wir alle wissen ist Zeit relativ. Die erste Runde verlief gut und ohne Probleme. Ich holte einige Plätze auf. Die letzten zwei Runden musste ich jedoch einige Geh- und sogar Stehpausen einlegen. Ich nahm mir bei jeder Verpflegungsstelle ausreichend Zeit. Dehnte mich und nahm Flüssigkeit zu mir. Die Temperaturen waren auch heute wieder über 30 Grad. Zwischen den Verpflegungsstellen versuchte ich wieder Fahrt aufzunehmen. Die Taktik schien gut zu funktionieren und so konnte ich – sichtlich erleichtert – nach der dritten Runde ins Ziel laufen.

Platz neun und Platz fünf bei den Deutschen Meisterschaften. Gemischte Gefühle machten sich breit. ‘Sollte das reichen? An einem sehr guten Tag hätte ich sicherlich fünf Minuten schneller laufen können. Aber vielleicht wäre ich dann langsamer Rad gefahren.  Dann hätte ich es selber in der Hand gehabt. So hieß es abwarten bis zur Slotvergabe nach der Siegerehrung.

Kurz nach 20 Uhr dann die Gewissheit. Ich starte am 30. August in Zell am See zur Weltmeisterschaft. Meine zweite nach Las Vegas 2013. Ich freue mich total!! Ein wenig Glück hatte ich trotzdem. Der Zweitplatzierte und der Drittplatzierte waren schon qualifiziert und der Achtplatzierte wollte nicht, sodass ich am Ende den letzten “Slot” bekommen habe. Interessant ist, dass ich sogar einen Slot für die IRONMAN WM auf Hawaii bekommen hätte. Aber ohne je eine Langdistanz gemacht zu haben, war mir das wirklich zu heiß. In ein paar Wochen steht mein Langdistanzdebüt in Roth an. Mal sehen wie ich dort durchkomme. Ich bin schon sehr gespannt!!
Sollte ich bei meinem “längsten Tag des Jahres” noch ein wenig Spaß verspüren und ich gut durchkommen, dann wäre Hawaii tatsächlich ein Ziel für die Zukunft. Dann aber mit guter Urlaubsplanung und ein paar mehr gesparten Euros (:

Vielen Dank an Dominik für die perfekte Unterstützung vor, während und nach dem Wettkampf! Danke auch an alle Anderen für’s Daumen drücken vor Ort oder aus der Ferne!

Einzelergebnis gibt’s hier.
Gesamtergebnisse gibt’s hier.

 

 

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