7. September 2015

IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaft in Zell am See – Kaprun

Geschrieben von Philipp in: News .

Knapp über 2.700 Athleten qualifizierten sich bei einem der 69 weltweiten IRONMAN 70.3 Rennen auf der ganzen Welt, um bei der Weltmeisterschaft im schönen Salzburger Land dabei zu sein und um sich mit den besten Triathleten der Welt zu messen. Das erste mal wurde die WM in Europa ausgetragen, deswegen war ich auch so besonders glücklich, mich im Krachgau für dieses Rennen qualifiziert zu haben.

Bereits meine zweite WM Teilnahme nach Las Vegas vor zwei Jahren. Dort war ich mit meinem Ergebnis aber nur bedingt zufrieden. Zu viele äußere Einflüsse wie die Zeitverschiebung, schwere Beine von Sightseeing Touren und die späte Qualifikation waren Gründe für eine nicht so optimale Weltmeisterschaft. Am Ende sprang 2013 der 48. Platz in meiner Altersklasse heraus. Das sollte dieses Jahr besser werden.

Die Qualifikation erhielt ich bei einem stark besetztem Feld im Kraichgau. Mit meinem 9. Platz erhielt ich den letzten Qualifikationsplatz. Danach stand der Fokus allerdings erst einmal auf meiner Langdistanzpremiere in Roth. Anschließend hatte ich noch sechs Wochen Zeit, um mich für die Weltmeisterschaft vorbereiten zu können. Diese verliefen ohne weitere Vorkommnisse sehr zufriedenstellend.

Die Balance zwischen Belastung und Entlastung ist gar nicht immer so einfach. Vor Allem wenn die Faszination Triathlon nur ein Hobby ist und man noch Job, Familie und Freunde als Bausteine drum herum hat. Die Zusammensetzung dieser Bereiche ist auch im Amateurbereich sehr unterschiedlich und somit die Vorraussetzungen verschieden. Trotzdem steckte ich mir Ziele: TOP25 und alles aus meinem Körper herausholen. Das erste Ziel  kann ich nicht alleine beeinflussen, das zweite aber schon.

Freitag reisten Dominik und ich ins schöne Salzburger Land nach Zell am See. Dort angekommen holte ich meine Startunterlagen und wir stärkten uns mit ausgesprochenen leckeren Kaiserschmarren und Kaffee. Am Abend war dann noch die Nationenparade mit anschließendem Welcome Banquet. Die Stimmung war gut, die Region und der Veranstalter schienen vorbereitet auf die Weltbesten Triathleten. Und ich mittendrin statt nur dabei.
Am nächsten Tag fuhr ich nochmal einen kritischen Teil der sehr anspruchsvollen Radstrecke ab. Am Abend checkte ich dann mein Rad ein. Meine Freundin und ihre Eltern haben sich auch auf dem Weg nach Österreich gemacht. Mit denen trafen wir uns noch am Abend. Schön das ihr da wart!!

Raceday: Sonntag war es dann soweit. Früh checkte ich nochmal das ganze Material in der großen Wechselzone. Schon jetzt waren es über 30 Grad im Schatten – strahlend blauer Himmel. Das Wetter zeigte sich also nochmal von seiner sommerlichsten Seite. Herzlich war auch die Stimmung der über 1.000 Zuschauer am Schwimmstart. Ich war vorbereitet. 11:10 Uhr ging es dann für meine Startgruppe (ca 170 Triathleten im Alter von 25-29 Jahren) in den klaren Bergsee in Zell am See. Die Profis starteten 10:45 Uhr. 1,9 Kilometer schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und abschließend 21,1 Kilometer laufen. Der Schwimmkurs war eigentlich easy. 935m geradeaus, 30m links herum und wieder 935m zurück zur Wechselzone. Trotzdem kam ich kurz nach dem Start ganz schön in Bedrängnis und bekam einige Tritte und Schläge am Kopf ab. Mehrmals musste ich meine Schwimmbrille richten und schwamm schlussendlich etwas hinterher. Mist. Am Ende hatte ich eine Zeit von 29 Minuten. Das ist okay für mich, aber da war deutlich mehr drin.

Wechsel war okay. Anschließend ging es auf den Radkurs. Die ersten 20km waren flach. Danach ging es 14 Kilometer den Berg hoch. Vor Allem das erste Stück und die letzten zwei Kilometer davon hatten es in sich. Ich entschied mich aufgrund des langen Anstieges  noch am Vortag gegen eine Scheibe. Am Berg wurde ich belohnt, ich war nur auf der Überholspur und es lief sehr gut. Die letzten zwei Kilometer mit einer Steigung von 15% zogen aber auch bei mir den Zahn. Anschließend ging es ein kurzes Stück genau so steil wieder bergab. Ich bin heilfroh mir die Stelle am Vortag noch einmal angeschaut zu haben. Einige andere hätten es auch tun sollen. So gab es ein paar Unfälle in den Kurven und einige Materialschäden. Durch das starke bremsen erhöhte sich der Reifendruck natürlich noch einmal um 1-2 Bar. Wer schon von Beginn an über 10 Bar auf den Reifen hatte, musste mit Reifenplatzern rechnen. Die Strecke anschließend zurück bis Zell am See verlief flach. Am Wendepunkt konnte ich sehen, dass große Pulks sowohl hinter mir aber auch vor mir unterwegs waren. Ein paar Athleten bekamen zwar auch eine Zeitstrafe aber bei weitem nicht so viele wie  notwendig gewesen wäre. Zwei Pulks überholten mich dann auch noch auf den letzten 10 Kilometern.

Der Zweite Wechsel verlief bei mir hervorragend. Ich lief mutig an, hatte ich doch nichts zu verlieren. Laut Dominik war ich etwa an Position 60. Nach dieser Information war ich ganz schön geknickt. Die Mittagssonne hatte auch kein Erbarmen. Der Laufkurs war zwar relativ flach aber trotzdem anspruchsvoll. Eine Wendepunktstrecke am See antlang. Da auch Athleten entgegenkamen waren Überholmanöver anspruchsvoll. Unüberlegte Bewegungen können zu Krämpfen führen, man musste das Umfeld auch die ganze Zeit im Auge behalten. An den Verpflegungsstellen war es sehr eng. In der letzten Runde konnte ich nochmal einige Athleten meiner AK überholen und mich noch bis Platz 38 vorschieben. Fast wäre es Platz 37 geworden aber den Zielsprint verlor ich dann (: Das spielte aber auch keine Rolle mehr. Die Stimmung war Spitze und ich war super glücklich ohne Krämpfe ins Ziel gekommen zu sein. Wenn man bedenkt, dass auch die Profis etwa vier Minuten langsamer gelaufen sind als sonst, ist meine Laufzeit auch schon wieder okay.

So ganz glücklich bin ich mit dem Ergebnis trotzdem nicht. Ziel war ein Platz unter den ersten 25. Ich kann nicht mal sagen, dass ich mit meiner isolierten Leistung unzufrieden bin, die anderen waren einfach besser. Vor allem die Europäer waren super stark. Immerhin war es eine Weltmeisterschaft und ich habe mich mit den Besten der Welt gemessen. Vor mir war nur ein US Amerikaner. Das sah vor zwei Jahren noch ganz anders aus. Gewonnen hat übrigens Jan Frodeno (GER) vor Sebastian Kienle (GER) und Javier Gomez (ESP).
Deutscher Doppelsieg bei der WM. Die Stimmung im deutschen Lager am Abend beim Banque of Champions war dementsprechend gut. Die nächste WM findet übrigens 2016 in Australien an der Gold Coast statt. Ist schön dort (:

Ergebnisse gibt es hier.

Vielen Dank an dieser Stelle noch an Dominik für die ganze Unterstützung auf dem Weg zur Weltmeisterschaft. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Er weiß welche Informationen ich wann brauche und motiviert mich vor, während und nach dem Rennen.
Auch meine Freundin musste in den letzten Monaten viele Entbehrungen in Kauf nehmen weil ich das Rennrad, die Schwimmbrille oder die Laufschuhe ihr vorzog. Danke, dass ich meinen Traum leben durfte.
Danke auch an Peter Sauerland – meinem Coach – für die Geduld und die ganzen Trainingspläne. Es ist aufgrund der Entfernung nicht immer einfach, weil die Kommunikation ausschließlich über Telefon und Internet verläuft.
Ein Dankeschön geht auch an meine Trainingspartner , die mich im Training pushen und lange Radausfahrten nicht langweilig werden lassen.

 

 

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